Journal



Januar 2011


Eigentlich könnte man denken, dass die Adventszeit für uns extrem entspannend war. Kein Training, keine Hektik oder auch keine Panik, weil die Deutschen Meisterschaften vor der Tür stehen. Stimmt auch irgendwie, Weihnachtsgeschenke wurden im Internet bestellt und über die Weihnachtstage kann man sich gemütlich und ohne schlechtes Gewissen die Plätzchen schmecken lassen. Aber auch wenn man versucht, das Positive zu sehen, bleibt doch ein wenig Unmut. Es mussten Schaulaufen abgesagt werden und irgendwie frustet es ein wenig, nicht mitten im Geschehen sein zu können. Zum ersten Mal seit nun 10 Jahren nehmen wir nicht an den Deutschen Meisterschaften teil.

Zudem schlidderte Daniel mit unserem Auto geradeaus um die Kurve, sodass wir nun keinen treuen Untersatz mehr haben. Ihm ist nix passiert und immerhin verhandelte er erfolgreich mit einem der Gebrauchtwagenhändler, der seine Visitenkarte vor Monaten unter den Scheibenwischer geklemmt hatte. Unser schönes Schmuckstück steht nun sicher und behütet zwischen Gleichgesinnten. Die vielen Semester, die sich Daniel theoretisch mit Verhandlungen rumgeschlagen hatte, haben sich gelohnt: Für die enorme Summe von 1 wechselte das nicht mehr fahrtaugliche Gefährt den Besitzer. Wie und ob wir uns ein neues Auto zulegen, wissen wir noch nicht, da man eine solche Anschaffung sicher nicht aus der Kleingeldkasse finanziert. Wer gerade einen guterhaltenen Gebrauchten abzugeben hat, darf sich bitte bei uns melden.

Über die Weihnachtstage fuhren wir in unser Elternhaus nach Sprockhövel. Nicht nur Familie, sondern auch alte Freunde aus Schulzeiten wiederzusehen, war die Fahrt definitiv wert. Natürlich wurden auch wir nicht von dem Bahnchaos verschont und kamen mit gut drei Stunden Verspätung in Wuppertal an. Zum Glück hatten wir für die 6 Stunden Zugfahrt einen Sitzplatz, da wir ursprünglich keinen reservieren konnten. Auf dem Rückweg traf es Caro noch härter: Weil Züge zusammengelegt wurden und somit alle Reservierungen verfielen, musste sie für ca. 3 Stunden im Gang stehen. Daniel war über Hamburg zurückgefahren, um dort für ein paar Stunden einen Freund zu besuchen, und auch sein Zug hatte 60 Minuten Verspätung.

Zurück in Berlin freuten wir uns schon auf unsere neuen Zimmer, denn endlich durften wir ins Haus der Athleten umziehen. Bisher hatten wir "nur" in der Herberge wohnen dürfen und konnten nun in die renovierten Zimmer gut 50m weiter einziehen. Carolina hatte sogar doppeltes Glück. Da Carolina in der Vergangenheit öfters mal die Küche in der Herberge sauber gemacht hatte, bekam sie quasi als Belohnung ein doppeltes Zimmer. Während Daniel weiterhin auf 15 m² lebt, kann Carolina sich nun auf 25m² und zwei Zimmern ausleben. Ein wenig schwer ist uns der Auszug jedoch schon gefallen. Die Kameradschaft von Fisch, Tino, Feed oder Mari werden wir jedoch schon vermissen, aber bei nur 50m Fußweg kann man sich immer noch besuchen kommen. An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank für eure Unterstützung während der schwierigen Zeit nach der OP an euch.

Unser Tagesrhythmus war in diesem Monat von Rehatraining und Lernen geprägt. Klar hat das auch Spaß gemacht, aber das Eis haben wir schon vermisst. Eigentlich hatten wir uns auch fest vorgenommen zur Deutschen Meisterschaft zu fahren, mussten dies jedoch absagen, da wir uns dem Schneechaos bei der Deutschen Bahn nicht wieder stellen wollten. Die Zeit hat Daniel dann dafür genutzt, einen Artikel für die Zeitschrift Pirouette zu schreiben, welcher im Februar veröffentlicht werden soll. Dabei geht er auf die Bedeutung von Medien bei sportlichen Veranstaltungen ein und besonders über Kritik würde er sich sehr freuen, da er mit seinem Masterthema eine ähnliche Problematik untersuchen möchte.

Das Jahr 2010 war sicherlich nicht das sportlich erfolgreichste für uns, jedoch hoffe ich, in ein paar Jahren zurückblicken zu können und zu glauben, dass Beste daraus gemacht und aus den Erfahrungen gelernt zu haben.

Ein frohes 2011!

Carolina (und Daniel)

 




 

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